Stopp – Übung

Stop - Übung - Die geheimen Zutaten exzellenter Reiter - Persönlichkeitsbericht

Basic-Übung vom Boden
Sicherheit, Klarheit und echte Antwortbereitschaft

Sicherheit beginnt nicht mit Vertrauen.
Sicherheit beginnt mit Klarheit.

Im Umgang mit deinem Pferd ist es entscheidend,
dass du es jederzeit stoppen,
zu dir einladen
oder rückwärts schicken kannst.

Nicht grob.
Nicht hektisch.
Sondern zuverlässig.

Warum Stopp so grundlegend ist

Stell dir vor, du steigst in ein Auto oder auf ein Fahrrad
und weißt nicht, ob die Bremse funktioniert.

Nicht bei 50 km/h.
Und schon gar nicht bei 150 km/h.

Du würdest nicht einsteigen oder aufsteigen.

Genauso ist es im Umgang mit Pferden:
Bevor wir Tempo, Freiheit oder Lektionen zulassen,
müssen wir wissen, dass das Stopp zuverlässig funktioniert.

Vom Boden.
Unter dem Sattel.
Und im Miteinander.

Wichtig zu wissen, bevor du beginnst

Diese Basic-Übungen sind die Grundlage für jede weitere Arbeit mit deinem Pferd.
Sie bauen auf dem auf, was Pferde am besten verstehen: Körpersprache.

Es geht hier nicht darum, etwas durchzusetzen oder zu testen, sondern darum, in einen klaren, ruhigen Dialog zu kommen.

🤍Dein Pferd hat keine Worte.
🤍Sein Körper ist seine Sprache.
🤍Jede Reaktion ist eine Antwort auf das, was du anbietest.

Achte deshalb weniger darauf, ob etwas „funktioniert“, sondern darauf, wie dein Pferd reagiert.

  • Was wirkt entspannend
  • was verunsichert
  • und wo entstehen Fragen

Diese Übungen bauen Vertrauen auf und vertiefen die Beziehung, wenn du bereit bist, zuzuhören und dein Vorgehen daran anzupassen.

Frage dich vor jeder Einheit:
Ist meine Absicht klar oder reagiere ich nur auf die Bewegung meines Pferdes?

Beim Stopp geht es nicht um Kontrolle.
Es geht um Verlässlichkeit.

Dein Pferd soll nicht erschrecken oder blockieren,
sondern verstehen, dass dein Signal Orientierung gibt.

Ein gutes Stopp fühlt sich ruhig an.
Für euch beide.

Ziel der Übung

Was dein Pferd hier lernen soll

Ziel ist es, dass dein Pferd in jeder Situation und aus jeder Position heraus
auf dein Stopp reagieren kann.

Langfristig möchtest du:

  • dein Pferd stoppen
  • es zu dir einladen
  • oder es rückwärts schicken

ohne sichtbaren Kraftaufwand
und ohne Equipment.

Stopp ist mehr als Stillstand

Gerade in der fortgeschrittenen Arbeit bedeutet Stopp nicht zwangsläufig Stillstand.

Stopp heißt zunächst:
Achtung. Hör mir zu. Es kommt etwas Neues.

Diese Bedeutung entwickelt sich erst mit der Zeit
und durch klare, faire Kommunikation.

Wie du ein Stopp vom Boden aufbauen kannst

Es gibt verschiedene Wege, deinem Pferd ein Stopp verständlich zu machen.

Anfangs kann das sein:

  • ein leichtes Tippen an die Brust
  • ein sanfter Impuls am Führseil
  • ein Antippen der Schulter (zum Beispiel über die Stick-Signal-Übung)

Bei sehr selbstbestimmten Pferden (z. B. Nilpferd-, Löwen-Typen)
kann es sinnvoll sein, nach dem Stopp einige Schritte rückwärts einzubauen.

So wird das Stopp klarer und eindeutiger.

Antwortbereitschaft vor Perfektion

Im ersten Schritt geht es nicht um Schönheit oder Qualität.
Es geht darum, dass dein Pferd versteht, was du meinst.

Ein einzelner Schritt rückwärts ist bereits ein voller Erfolg.

Belohne immer den ersten Tropfen von Fortschritt.

Rückwärts als Teil des Stopp-Signals

Ein Pferd kann nicht rückwärtsgehen,
ohne einen kurzen inneren Stopp.

Deshalb gilt:
Ein gut verstandenes Rückwärtssignal ist immer auch ein gutes Stopp-Signal.

Das Rückwärts hilft deinem Pferd:

  • innezuhalten
  • seine Aufmerksamkeit zu dir zu bringen
  • und neu zu sortieren

So baust du das Rückwärts fair auf

vom Leisen zum Deutlicheren

Beginne immer mit dem kleinstmöglichen Signal:

  • richte dich innerlich und äußerlich auf
  • bringe Energie über deine Körpersprache in Richtung deines Pferdes
  • ohne deine Füße zu bewegen
  • nutze ggf. ein Zeichen, auf das dein Pferd später reagieren soll (z. B. Fingerwackeln)

Reagiert dein Pferd nicht:

  • beginne, das Seil leicht hin und her zu bewegen
    (kleine Wellen aus dem Handgelenk, Seil hängt durch)

Reicht das nicht:

  • verstärke den Impuls über Unterarm und Ellenbogen

Erst wenn auch das nicht ankommt:

  • nutze den Stick
  • zunächst vor der Brust schwingend
  • im Zweifel die Brust kurz berührend

Immer gilt:
erst leise, dann klarer.
Nie plötzlich.

Distanz und Position variieren

Du kannst das Rückwärts – und damit das Stopp –
aus unterschiedlichen Distanzen und Positionen üben.

Distanzen

  • Direktkontakt: Berührung am Nasenrücken
  • Nähe: Berührung mit dem Stick
  • Mittlere Distanz: Stick vor Brust oder Vorderbeinen schwingen
  • Entfernung: Führseil bewegen oder wedeln

Positionen

  • vor dem Pferd
  • auf Schulterhöhe
  • auf Höhe der Sattellage
  • auf Kruppenhöhe
  • hinter dem Pferd

Beginne immer dort,
wo du dich sicher und wohl fühlst.

Ziel auf längere Sicht

Im Idealfall kannst du dein Pferd:

  • aus jeder Position
  • aus jeder Distanz
  • in jeder Situation

stoppen oder rückwärts schicken.

Achte dabei vor allem auf die schnelle Antwortbereitschaft.

Das ist bereits die halbe Miete
für Übungen wie:

Qualität kommt später

In dieser Übung geht es noch nicht um:

  • Takt
  • Geraderichtung
  • oder perfekte Rückwärtstritte

Diese Themen gehören in die Cha-Cha-Cha-Übung.

Hier zählt zunächst nur:
Dein Pferd versteht dein Signal
und antwortet prompt.

Stopp im Alltag integrieren

Achte darauf, das Stopp nicht nur im Training zu üben.

Zum Beispiel:
Bevor du das Paddock oder die Halle verlässt, warte kurz und prüfe, ob dein Pferd dein Stopp respektiert oder vor dir hinausgehen möchte.

So wird Stopp selbstverständlich und nicht situationsabhängig.

Reflextionsfrage

Fühlt sich das Stopp für mein Pferd
wie Orientierung an oder wie Einschränkung?

Warum klappt das nicht?

Manche Pferde reagieren sofort auf kleinste Signale.
Andere brauchen deutlichere Impulse, um sich sicher zu fühlen.

Wenn du merkst, dass dein Pferd beim Stopp
entweder zögert oder schnell in Spannung geht,
kann es hilfreich sein,
seine Persönlichkeit genauer zu kennen.

Nicht, um es zu korrigieren.
Sondern um fairer zu kommunizieren.

Abschluss

Ein verlässliches Stopp ist keine Einschränkung von Freiheit.
Es ist die Voraussetzung dafür.

Weitere Basic-Übungen

Die hier beschriebenen Basics sind Teil einer gemeinsamen Sprache zwischen dir und deinem Pferd.
Einzelne Bausteine, aus denen

  • Vertrauen,
  • Klarheit und
  • echte Kommunikation entstehen.

Schau dich gern in den weiteren Übungen um und nimm dir Zeit, sie wirklich zu erleben.

Bei Unklarheiten und Fragen nutze bitte das Kontaktformular oder wende dich bitte an eine erfahrene Trainerin deines Vertrauens. 

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Fördert Körpergefühl, Koordination und innere Ruhe, indem dein Pferd lernt, sich bewusst seitlich zu bewegen und dabei mental bei dir zu bleiben.
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