Der Krebs – Übung

Krebs - Übung - Die geheimen Zutaten exzellenter Reiter - Persönlichkeitsbericht

Der Krebs

Eine Basic-Übung vom Boden, mit der dein Pferd lernt, seitwärts zu denken – ruhig, klar und ohne Druck.

Seitwärtsbewegungen sind für viele Pferde zunächst ungewohnt.
Nicht, weil sie körperlich schwierig sind, sondern weil sie eine klare Kommunikation voraussetzen.

Der Krebs hilft deinem Pferd zu verstehen,
wie es auf feine Signale reagieren kann
und wie seitliche Bewegung ohne Ziehen oder Schieben entsteht.

Diese Übung ist weniger Technik,
sondern viel mehr Verständigung.

Worum es bei dieser Übung geht

Das Ziel dieser Übung ist,

  • dass dein Pferd lernt, sich seitwärts von dir wegzubewegen.

Nicht hastig.
Nicht mechanisch.
Sondern in Balance und mit innerer Bereitschaft.

Der Krebs baut auf der Übung „Touch and move“ auf und zeigt dir sehr deutlich, wie klar diese Grundlagen bei deinem Pferd bereits angekommen sind.

Du überprüfst hier nicht nur die Bewegung, sondern vor allem das Verständnis.

Wichtig zu wissen, bevor du beginnst

Diese Basic-Übungen sind die Grundlage für jede weitere Arbeit mit deinem Pferd.
Sie bauen auf dem auf, was Pferde am besten verstehen: Körpersprache.

Es geht hier nicht darum, etwas durchzusetzen oder zu testen, sondern darum, in einen klaren, ruhigen Dialog zu kommen.

🤍Dein Pferd hat keine Worte.
🤍Sein Körper ist seine Sprache.
🤍Jede Reaktion ist eine Antwort auf das, was du anbietest.

Achte deshalb weniger darauf, ob etwas „funktioniert“, sondern darauf, wie dein Pferd reagiert.

  • Was wirkt entspannend
  • was verunsichert
  • und wo entstehen Fragen

Diese Übungen bauen Vertrauen auf und vertiefen die Beziehung, wenn du bereit bist, zuzuhören und dein Vorgehen daran anzupassen.

Frage dich vor jeder Einheit:
Arbeite ich gerade mit Geduld oder mit Erwartung?

So bereitest du die Übung vor

Am einfachsten versteht dein Pferd diese Übung, wenn du es so positionierst, dass sein Kopf zu einer klaren Begrenzung zeigt,
zum Beispiel zu einer Wand oder Bande.

Der Abstand zur Begrenzung sollte – je nach Pferdetyp – etwa ein bis fünf Meter betragen.
Der Winkel, in dem dein Pferd zur Begrenzung steht, kann ungefähr 45 oder 90 Grad sein. (Das gilt nicht für Reh-, Hase-Typen.)

Wichtig ist nicht der exakte Winkel,
sondern dass dein Pferd Raum hat, seitwärts auszuweichen.

So kannst du den Krebs erarbeiten

Aufgabe
Gehe mit deiner Hand, einem Seil oder rhythmischem Druck eines Sticks auf dein Pferd zu,
ohne es zu berühren, wenn es nicht wirklich nötig ist.

Dein Ziel ist nicht die perfekte Seitwärtsbewegung, sondern vorsichtig und spielerisch herauszufinden, an welcher Stelle seines Körpers dein Pferd die Information braucht, um dich zu verstehen.

Bei manchen Pferden hilft es,

  • zuerst nur die Vorhand minimal seitwärts zu schicken,
  • dann die Hinterhand und
  • anschließend wieder die Vorhand. (Scheibenwischerprinzip)

Diese kleinschrittige Herangehensweise hilft deinem Pferd, die Bewegung einzuordnen, statt sie zu erraten.

Sobald dein Pferd verstanden hat,
dass es auf dieses Signal seitwärts weichen soll,
kannst du beginnen, ruhiger, dosierter und präziser zu werden.

Worauf du während der Übung achten solltest

Ruhe ist hier wichtiger als Wiederholung.
Kurze Sequenzen sind wertvoller als lange Serien.

Achte darauf,

  • dass der Hals weich bleibt
  • dass sich der Körper nicht stark verbiegt
  • dass die Bewegung im Takt und in Balance bleibt

Du könntest beispielsweise ruhig und „laut“ Mitsprechen.

Manchmal hilft es auch,
den Fokus auf Balance und Gewichtsverlagerung zu legen,
statt auf die Bewegung selbst.

Du kannst Frustrationen vermeiden und das gewünschte Ergebnis erzielen durch:

  • Ruhe,
  • immer wieder Entspannung,
  • Wiederholungen und
  • Leichtherzigkeit

Sobald dein Pferd dich inhaltlich verstanden hat, (geh seitwärts) kannst du anfangen, an der Präzision zu arbeiten.

❣️Merke dir für diese Übung

  1. Antwortbereitschaft kommt vor Losgelassenheit.
  2. Losgelassenheit kommt vor Takt.
  3. Takt kommt vor Präzision.

Weniger ist hier wirklich mehr

Bei dieser Übung ist es wichtig,
die Anzahl der Seitwärtsschritte nicht zu übertreiben.

Zwei bis vier gute, engagierte Schritte
sind wertvoller als viele hastige oder verspannte Bewegungen.

Qualität geht vor Quantität.
Und Pausen sind Teil der Übung.

Seitwärtsbewegungen verlangen

  • Koordination,
  • Klarheit in der Führung und
  • Vertrauen in die Situation.

Manche Pferde brauchen dafür mehr Zeit,
weil sie Informationen langsamer verarbeiten
oder schneller unter Druck geraten oder sich Sorgen machen.

Das ist kein Widerstand,
sondern ein Hinweis auf ihre individuelle Art zu lernen.

Im Persönlichkeitsbericht findest du Hinweise darauf,

  • wie dein Pferd auf seitliche Anforderungen reagiert
  • wie sensibel es auf Nähe, Druck oder Rhythmus anspricht und
  • wie du die Übung so anpassen kannst, dass sie verständlich bleibt

So kannst du Frustration vermeiden
und gezielt fördern, statt zu überfordern.

Wenn du weißt, wie dein Pferd Informationen verarbeitet,
arbeitest du ruhiger und klarer.

Du erkennst schneller, wann dein Pferd noch fragt und wann es bereits verstanden hat.

Das macht Training leichter –
für euch beide.

Weitere Basic-Übungen

Die hier beschriebenen Basics sind Teil einer gemeinsamen Sprache zwischen dir und deinem Pferd.
Einzelne Bausteine, aus denen

  • Vertrauen,
  • Klarheit und
  • echte Kommunikation entstehen.

Schau dich gern in den weiteren Übungen um und nimm dir Zeit, sie wirklich zu erleben.

Bei Unklarheiten und Fragen nutze bitte das Kontaktformular oder wende dich bitte an eine erfahrene Trainerin deines Vertrauens. 

Der Krebs

Fördert Körpergefühl, Koordination und innere Ruhe, indem dein Pferd lernt, sich bewusst seitlich zu bewegen und dabei mental bei dir zu bleiben.
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